Beispiele erfolgreicher Praxis bei der Umsetzung des SGB II riefen bei Arbeitsmarktakteuren aus der ganzen Bundesrepublik auf der Fachtagung des LÄMMkom® netzwerks am 27. März in Leipzig reges Interesse hervor. Optionskommunen, Argen, Weiterbildungsträger, Personaldienstleister, Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaften kamen zusammen, um von den Kenntnissen anderer Kommunen bei der Umsetzung integrierter Leistungen des LÄMMkom® netzwerks zu profitieren.
Die komplexe Aufgabenstellung des SGB II erfordert die Bündelung unterschiedlicher Potentiale unter dem Dach der Kommunen. Amtsleiterin Karin Ilgert stellte daher anhand des Amtes für Beschäftigungsförderung ihre Gesamtstrategie für eine umfassende Arbeitsintegration im Landkreis Döbeln vor. Für ein fachübergreifendes Arbeiten in der Grundsicherung, der Sozialhilfe und der Jugendhilfe benutzt Döbeln die Software LÄMMkom®. Alle Mitarbeiter können über Leserechte die Daten des anderen Fachbereichs für ihre Zwecke einsehen und verwenden. Doppelte Dateneingaben gehören damit der Vergangenheit an. Die Fallmanager profitieren durch die Datenübernahme aus LÄMMkom® in die angebundenen Programme: dem Wirtschaftsinformationssystem KWIS, dem integrierten Arbeitsmarktportal und dem Maßnahmenmanagement-System VERA. Sie können auf derzeit rund 600.000 offene Stellen zugreifen, aktive Stellenakquise bei Unternehmen betreiben, Informationen zu Kontaktpersonen und Unternehmensdaten nutzen sowie Förderprogramme und -mittel planen und überprüfen. „LÄMMkom® hat bei uns einen hohen Stellenwert bei der Anwendung gefunden, weil es uns durch seine Leistungsstabilität über schwierige Zeiten hinweg geholfen hat“, resümiert Amtsleiterin Karin Ilgert. „Gerade die aus der BA übernommenen Mitarbeiter waren erstaunt, wie einfach die Verwaltungsarbeit sein und durch vernetzte Leistungen sinnvoll erweitert werden kann.“
Als größter Kooperationspartner der Sozialagentur in Ostvorpommern verwendet die Beschäftigungsgesellschaft Usedom-West LÄMMkom® sowohl zur Verwaltung von Teilnehmern und Kooperationspartnern als auch für das Profiling, die Vermittlung von Tätigkeiten, für Abrechnungen und für das Dokumentenmanagement. Die Software sichert die Qualitätsstandards nach EN ISO 9001:2000 und optimiert die Geschäftsabläufe. „Wir profitieren von der zentralen Datenverarbeitung, der Standortverwaltung und der tagesgenauen Abrechnung“, führt Geschäftsleiterin Frau Dr. Carola Johannsen aus. „Die eigenverantwortliche Arbeit an den einzelnen Standorten hat unsere Lohnbuchhaltung entlastet. Zahlungsläufe brauchen nicht mehr sechs, sondern nur zweieinhalb Tage.“ Nach der Ausbildung der Integrationsbetreuer zum Jobpromoter will die Geschäftsführerin auch das LÄMMkom® arbeitsmarktportal einsetzen.
Dass die Arbeitsqualität der Fallmanager eine entscheidende Voraussetzung für den langfristigen Vermittlungserfolg ist, zeigte Valentine Kosch-Siemon von der PRO ARBEIT LEIPZIG auf. Eine zertifizierte Ausbildung zum Jobpromotor nach amerikanischem Vorbild, wie sie die Mitarbeiter der BQG Usedom-West durchlaufen haben, sichert die nötigen Standards.
Im Landkreis Emsland war eine Effizienzsteigerung bei der Maßnahmeverwaltung dringend geboten, um der Dokumentationspflicht gegenüber der BA bei rund 1.000 zeitgleich in Maßnahmen befindlichen Personen nachkommen zu können. „Der Einsatz des Maßnahmenmanagement-Systems VERA der SPI Consult GmbH hat sich gelohnt: Von dreizehn bisher notwendigen Bearbeitungsschritten sind lediglich drei übrig geblieben“, so Herr Förch vom Zentrum für Arbeit. „Fehlt ein Kunde unentschuldigt bei seinem Maßnahmeträger, erhält der Fallmanager automatisch eine Benachrichtigung und kann sofort reagieren.“ Nun sollen die Themen Evaluierung von Vermittlungsquoten, Haushaltsplanung und -überwachung sowie die Integration von Einzelförderfällen angegangen werden.
Jobwechsler, ALG I- und ALG II-Empfänger sind bei der Arbeitssuche auf ein besseres Matching zwischen Stellen- und Bewerberprofilen angewiesen, konstatierte Gerhard Mühlhaus von Jobcenter Consulting. Das LÄMMkom® arbeitsmarktportal sucht deshalb das World Wide Web mittels Webagenten auf Stellenanzeigen ab und stellt registrierten Benutzern nur exakt auf das persönliche Bewerberprofil passende Stellen bereit. Die Integrationsaktivitäten werden laufend kontrolliert und gesteuert. Eine Vielzahl von Kompetenzpartnern – Kommunen, Weiterbildungs- und Maßnahmeträger, Kreishandwerkerschaften, die kommunale Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsnetzwerke und Personaldienstleister – werden im Arbeitsmarktportal als kompetente Dritte mit ins Boot geholt.
Den Tagungsteilnehmern wurde ein überzeugendes Bild integrierter Leistungen im Rahmen des LÄMMkom® netzwerks geboten. Die Vielzahl neuer Anregungen und Diskussionsimpulse wurde in Einzelgesprächen vertieft und im Nachgang zur Tagung fortgesetzt.
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